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Arbeitslosengeld: wie lange, wie viel und was du dazuverdienen darfst

Arbeitslosengeld 202655 %vom Netto, für 20 bis 52 Wochen

Das Arbeitslosengeld beträgt 55 Prozent deines früheren täglichen Nettoeinkommens. Urlaubs- und Weihnachtsgeld fließen mit ein. Mit Kindern kommt ein Zuschlag von 0,97 Euro je Kind und Tag dazu.

Wie lange du es bekommst, hängt von deinem Alter und deinen Beschäftigungsjahren ab. Seit 1. Jänner 2026 ist ein geringfügiger Nebenjob daneben nur noch in Ausnahmefällen erlaubt.

Stand 18. September 2026. Quelle: Arbeitsmarktservice, § 21 AlVG

Frist

Melde dich spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit beim AMS. Der Antrag geht schon vorher, online über MeinAMS.

Anspruch und Dauer prüfen

Gezählt werden Zeiten, in denen du arbeitslosenversichert beschäftigt warst, also über der Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro im Monat.

Deine Bezugsdauer
30 Wochen
Die Anwartschaft ist erfüllt.
Jahre
104 Wochen
Nötig sind 52 Wochen.
5 Jahre
So kommt das Ergebnis zustande
Nötige Beschäftigungswochen52 in 24 Monaten
Anwartschafterfüllt
Wartezeit vor der ersten Zahlungkeine
Bezugsdauer30 Wochen

Geprüft werden nur Beschäftigungszeiten. Das AMS rechnet auch andere Zeiten an, etwa Präsenz- oder Zivildienst, und verlängert die Zeiträume in bestimmten Fällen. Verbindlich ist die Auskunft des AMS. Deine Eingaben bleiben auf deinem Gerät.

Wie lange es Arbeitslosengeld gibt

VoraussetzungDauer
ohne weitere Voraussetzung20 Wochen
3 Jahre arbeitslosenversichert gearbeitet30 Wochen
ab 40 Jahren und 6 Jahre Arbeit in den letzten 10 Jahren39 Wochen
ab 50 Jahren und 9 Jahre Arbeit in den letzten 15 Jahren52 Wochen

Quelle: Arbeitsmarktservice, § 18 AlVG. Nach einer beruflichen Rehabilitation oder in einer Arbeitsstiftung verlängert sich die Dauer.

Ist das Arbeitslosengeld ausgeschöpft, kann unter bestimmten Voraussetzungen Notstandshilfe folgen.

Wie hoch es ist

Das AMS nimmt nicht dein letztes Gehalt, sondern die beim Dachverband der Sozialversicherung gespeicherten Beitragsgrundlagen aus einem früheren Zeitraum, wertet ältere auf und zieht pauschale Abgaben ab. Die Grundsätze sind:

  1. Bemessungsgrundlage. Das Bruttoentgelt aus zwölf Monaten, die mindestens ein Jahr zurückliegen. Urlaubs- und Weihnachtsgeld kommen mit einem Sechstel dazu. Mehr als 6.825 Euro brutto im Monat zählen nicht.
  2. Nettoeinkommen. Davon werden Sozialversicherung und Lohnsteuer pauschal abgezogen und das Ergebnis auf den Tag umgerechnet.
  3. Grundbetrag. 55 Prozent dieses täglichen Nettoeinkommens.
  4. Ergänzungsbetrag. Liegt der Grundbetrag unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz von 1.308,39 Euro im Monat, stockt das AMS auf, höchstens bis 60 Prozent des Nettoeinkommens, mit Familienzuschlägen bis 80 Prozent.
  5. Familienzuschlag. 0,97 Euro je Tag für jedes Kind mit Familienbeihilfe, unter Umständen auch für die Partnerin oder den Partner.

Ausbezahlt wird monatlich im Nachhinein, etwa um den achten des Folgemonats. Deinen voraussichtlichen Betrag nennt dir der Ratgeber des AMS zur Höhe.

Wann das Geld später kommt

Ruhen heißt verschieben: Die Gesamtdauer bleibt erhalten.

Dazuverdienen seit 1. Jänner 2026

Bis Ende des Vorjahres war ein geringfügiger Job neben dem Arbeitslosengeld allgemein erlaubt. Jetzt gilt: Wer geringfügig arbeitet und unter keine Ausnahme fällt, bekommt für diese Zeit kein Geld vom AMS. Bei tageweiser Beschäftigung entfallen nur die betroffenen Tage.

Erlaubt bleibt der geringfügige Job in diesen Fällen:

Die 26 Wochen laufen ab dem ersten Arbeitstag und enden fix. Besteht der Job am Tag danach noch, giltst du nicht mehr als arbeitslos. Anfang und Ende jeder geringfügigen Beschäftigung musst du dem AMS melden, auch einzelne Tage. Mehrere geringfügige Einkommen werden zusammengerechnet.

Vier durchgerechnete Fälle

Erster Job nach der Lehre, gekündigt worden

23 Jahre, 40 Wochen gearbeitet

Nötige Wochen26 in 12 Monaten
Wartezeitkeine
20 Wochen Arbeitslosengeld

Unter 25 genügen beim ersten Antrag weniger Wochen in einem kürzeren Zeitraum.

Selbst gekündigt nach vier Jahren

31 Jahre, durchgehend beschäftigt

Nötige Wochen52 in 24 Monaten
Wartezeit4 Wochen
30 Wochen Arbeitslosengeld

Das Geld kommt später, die Dauer bleibt gleich.

Firma sperrt zu

52 Jahre, seit zwölf Jahren im Betrieb

Nötige Wochen52 in 24 Monaten
Wartezeitkeine
52 Wochen Arbeitslosengeld

Alter und lange Beschäftigung ergeben die längste reguläre Dauer.

Zehn Monate gearbeitet, erster Antrag

29 Jahre, 43 Wochen in den letzten zwei Jahren

Nötige Wochen52 in 24 Monaten
Wartezeitkeine
Es fehlen 9 Wochen

Die Anwartschaft ist nicht erfüllt. Ob andere Zeiten zählen, etwa Präsenzdienst oder Kinderbetreuung, klärt das AMS.

Was du jetzt tun musst

  1. Antrag schon vor dem letzten Arbeitstag stellen. Das geht online über MeinAMS. So entstehen keine Lücken in der Kranken- und Pensionsversicherung.
  2. Spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit melden. Online oder persönlich bei deiner AMS-Geschäftsstelle.
  3. Termine und Fristen des AMS einhalten. Wer den Antrag verspätet oder anders als vereinbart zurückgibt, riskiert Lücken in der Versicherung.
  4. Bereit sein für mindestens 20 Wochenstunden. Mit Betreuungspflichten für ein Kind unter zehn Jahren ohne Betreuungsmöglichkeit genügen 16.
  5. Jede Änderung sofort melden. Neue Beschäftigung, Krankenstand, Auslandsaufenthalt. Bei Krankenstand braucht es eine ärztliche Krankmeldung ab dem ersten Tag.
Anspruch beim AMS prüfen

Ratgeber des Arbeitsmarktservice, ohne Anmeldung

Quellen

Stand der Werte: 18. September 2026. Veröffentlicht am 18. September 2026.