Krankenstand: so lange läuft dein Geld weiter
Danach kommen 4 Wochen mit halbem Entgelt. Die andere Hälfte deckt in dieser Zeit das halbe Krankengeld der Gesundheitskasse ab.
Ist auch das aufgebraucht, bleibt nur noch das Krankengeld: 50 Prozent der Bemessungsgrundlage, ab dem 43. Tag 60 Prozent.
Stand 29. September 2026. Quellen: § 2 Abs. 1 EFZG und Österreichische Gesundheitskasse
Melde die Krankmeldung ohne Verzug beim Arbeitgeber. Wer das versäumt, verliert für die Dauer der Säumnis den Anspruch auf Entgelt.
Wann bekommst du wie viel
Maßgeblich ist das Arbeitsjahr, das mit deinem Eintrittsdatum beginnt, nicht das Kalenderjahr.
Der Verlauf deines Krankenstands
| Abschnitt | Entgelt | Krankengeld |
|---|---|---|
| Volles Entgelt vom ArbeitgeberTag 1 bis 56 | 100 % | ruht |
| Halbes Entgelt und halbes KrankengeldTag 57 bis 70 | 50 % | 30 % |
Die Prozentsätze beim Entgelt beziehen sich auf dein Gehalt, jene beim Krankengeld auf die Bemessungsgrundlage der Gesundheitskasse. Diese Grundlage wird aus dem letzten Beitragszeitraum ermittelt und ist nicht dein Bruttogehalt, deshalb steht hier kein Eurobetrag. Kollektivverträge können längere Fortzahlung vorsehen. Deine Eingaben bleiben auf deinem Gerät.
Wie lange voll bezahlt wird
| Dienstzeit | Volles Entgelt | Danach halbes Entgelt | Nach Arbeitsunfall |
|---|---|---|---|
| im ersten Jahr | 6 Wochen | 4 Wochen | 8 Wochen |
| ab einem Jahr | 8 Wochen | 4 Wochen | 8 Wochen |
| ab 15 Jahren | 10 Wochen | 4 Wochen | 10 Wochen |
| ab 25 Jahren | 12 Wochen | 4 Wochen | 10 Wochen |
Nach § 2 Abs. 1 EFZG, Stand 29. September 2026.
Mehrere Krankenstände im selben Arbeitsjahr zählen zusammen. Wer im Frühling vier Wochen ausfällt, hat im Herbst nur noch den Rest. Mit dem neuen Arbeitsjahr beginnt der Anspruch von vorn.
Dienstzeiten beim selben Arbeitgeber werden zusammengerechnet, wenn zwischen ihnen nicht mehr als 60 Tage liegen. Das zählt nicht, wenn du selbst gekündigt hast oder ohne wichtigen Grund ausgetreten bist.
Das Krankengeld
Krankengeld gibt es frühestens ab dem 4. Tag des Krankenstands. Solange der Arbeitgeber das volle Entgelt zahlt, ruht es. Zahlt er das halbe, ruht es zur Hälfte, du bekommst also beides je zur Hälfte.
- Höhe: 50 Prozent der Bemessungsgrundlage, ab dem 43. Tag 60 Prozent. Die Bemessungsgrundlage ermittelt die Gesundheitskasse aus deinem letzten Beitragszeitraum.
- Dauer: 26 Wochen. Warst du in den letzten zwölf Monaten mindestens 6 Monate versichert, sind es 52 Wochen. In besonderen Fällen verlängert die Satzung auf bis zu 78 Wochen.
- Steuer: Krankengeld ist steuerpflichtig. Die Gesundheitskasse behält vorläufig 20 Prozent Lohnsteuer ein, soweit es 30 Euro am Tag übersteigt, und meldet es dem Finanzamt. Wer Krankengeld bezogen hat, muss deshalb eine Arbeitnehmerveranlagung abgeben. Dabei kann eine Nachzahlung herauskommen.
Rechne damit, dass dein Konto im langen Krankenstand deutlich weniger sieht: Aus vollem Gehalt wird erst halbes Entgelt mit halbem Krankengeld, dann nur noch Krankengeld.
Was du tun musst, und was nicht
- Sofort melden. Ohne Verzug beim Arbeitgeber, formlos genügt. Verlangt er eine Bestätigung, musst du sie vorlegen.
- Krankmeldung. In den meisten Fällen übermittelt die Ärztin oder der Arzt die Krankschreibung elektronisch an die Gesundheitskasse.
- Erreichbar bleiben. Der Kontrollarzt der Gesundheitskasse kann dich einbestellen. Wer ohne wichtigen Grund nicht hingeht, verliert den Entgeltanspruch.
- Gesundmeldung. Sag Bescheid, wenn du zurückkommst.
Dort stehen auch die Formulare und die Bemessungsgrundlage
Quellen
- § 2 Entgeltfortzahlungsgesetz: Dauer der FortzahlungRechtsinformationssystem des Bundes
- Krankengeld: Höhe, Beginn und DauerÖsterreichische Gesundheitskasse
- § 69 Abs. 2 und § 41 Abs. 1 Z 10 EStG: Lohnsteuer auf Krankengeld, PflichtveranlagungRechtsinformationssystem des Bundes
- Entgeltfortzahlung im KrankheitsfallÖsterreichische Gesundheitskasse
Stand der Werte: 29. September 2026. Veröffentlicht am 29. September 2026.