Pendlerpauschale: so viel bleibt dir netto
Das Pendlerpauschale wird nicht ausbezahlt. Es senkt dein steuerpflichtiges Einkommen, du sparst also deinen Steuersatz darauf. Der Pendlereuro wird dagegen direkt von der Steuer abgezogen.
Bei 30 Kilometern ohne zumutbare öffentliche Verbindung und 3.500 Euro brutto im Monat sind das zusammen rund 623 Euro im Jahr.
Stand 18. September 2026. Quelle: § 16 Abs. 1 Z 6 EStG
Nicht beim Arbeitgeber beantragt? Du kannst es fünf Jahre rückwirkend in der Arbeitnehmerveranlagung nachholen.
Deine Ersparnis berechnen
Kilometer und Art des Pauschales kommen aus dem Pendlerrechner des Finanzministeriums. Gerechnet wird für das Jahr 2026.
So setzt sich der Betrag zusammen
| Pendlerpauschale im Jahr | 1.476 € |
| Pendlereuro im Jahr | 180 € |
| Steuer ohne Pendeln | 3.337,20 € |
| Steuer mit Pendeln | 2.601,36 € |
| Unterschied | 735,84 € |
Gerechnet mit 14 Gehältern und ganzjähriger Beschäftigung, Fahrtage in jedem Monat gleich. Eine negative Steuer steht für eine Gutschrift aus der SV-Rückerstattung. Beim Familienbonus Plus sind Kinder unter 18 Jahren angenommen. Sonderausgaben, weitere Einkünfte, Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag sind nicht berücksichtigt. Deine Eingaben bleiben auf deinem Gerät.
Die Beträge 2026
Jahresbeträge bei mindestens 11 Fahrtagen im Monat. Das kleine Pauschale gilt, wenn öffentliche Verkehrsmittel zumutbar sind, das große, wenn nicht.
| Einfache Strecke | kleines Pauschale | großes Pauschale |
|---|---|---|
| 2 bis 20 km | keines | 372 € |
| über 20 bis 40 km | 696 € | 1.476 € |
| über 40 bis 60 km | 1.356 € | 2.568 € |
| über 60 km | 2.016 € | 3.672 € |
Bei genau 20 Kilometern steht das kleine Pauschale bereits zu, das große bleibt in der ersten Stufe. Quelle: § 16 Abs. 1 Z 6 lit. c und d EStG. Dazu kommt der Pendlereuro von 6 Euro im Jahr je Kilometer der einfachen Strecke.
Was davon netto bleibt
Steuerersparnis im Jahr bei 3.000 Euro brutto im Monat, volle Fahrtage, ohne Kinder. Pauschale und Pendlereuro zusammen.
| Einfache Strecke | mit kleinem Pauschale | mit großem Pauschale |
|---|---|---|
| 10 km | nichts | 200 € |
| 25 km | 412 € | 706 € |
| 45 km | 781 € | 1.237 € |
| 70 km | 1.179 € | 1.803 € |
Eigene Berechnung mit Tarif und Beitragssätzen 2026. Beträge gerundet.
Kleines oder großes Pauschale
Das entscheidet nicht, womit du tatsächlich fährst, sondern ob öffentliche Verkehrsmittel auf deiner Strecke zumutbar wären. Auch wer mit dem Auto fährt, bekommt nur das kleine Pauschale, wenn es eine zumutbare Verbindung gibt.
Als unzumutbar gelten öffentliche Verkehrsmittel,
- wenn auf mindestens der halben Strecke keines fährt,
- wenn die einfache Fahrt länger als 120 Minuten dauert,
- wenn sie zwischen 60 und 120 Minuten dauert und damit länger als 60 Minuten plus eine Minute je Kilometer,
- wenn im Behindertenpass die Unzumutbarkeit eingetragen ist.
Ein Beispiel: Die Arbeitsstätte liegt 25 Kilometer entfernt, mit Zug und Bus dauert es 90 Minuten. Die Grenze liegt bei 85 Minuten, es steht also das große Pauschale zu. Bis 60 Minuten Fahrzeit gelten öffentliche Verkehrsmittel immer als zumutbar.
Gemessen wird das nicht von dir, sondern vom Pendlerrechner des Finanzministeriums. Sein Ergebnis gilt für den Arbeitgeber und für das Finanzamt. Anfechten lässt es sich nur, wenn er von falschen Verhältnissen ausgegangen ist, etwa von einer Privatstraße, die nicht öffentlich befahrbar ist.
Homeoffice und Teilzeit
Gezählt werden die Tage im Kalendermonat, an denen du zur Arbeitsstätte fährst. Ab 11 Tagen gibt es das volle Pauschale, bei 8 bis 10 Tagen zwei Drittel, bei 4 bis 7 Tagen ein Drittel. Darunter steht nichts zu. Für den Pendlereuro gilt dieselbe Staffel.
Urlaub und Krankenstand kürzen das Pauschale nicht. Während einer Karenz steht es nicht zu.
Sechs durchgerechnete Fälle
Vollzeit, kein brauchbarer Bus
3.500 Euro brutto, 30 km, großes Pauschale, fünf Tage die Woche
| Pendlerpauschale im Jahr | 1.476 € |
| Pendlereuro im Jahr | 180 € |
Das Pauschale bringt den Steuersatz auf den Jahresbetrag, der Pendlereuro kommt in voller Höhe dazu.
Gleiche Strecke, zwei Tage Büro
3.500 Euro brutto, 30 km, großes Pauschale, acht Fahrtage im Monat
| Pendlerpauschale im Jahr | 984 € |
| Pendlereuro im Jahr | 120 € |
Mit acht bis zehn Fahrtagen stehen zwei Drittel zu, vom Pauschale und vom Pendlereuro.
Weite Strecke mit der Bahn
4.500 Euro brutto, 70 km, kleines Pauschale, volle Fahrtage
| Pendlerpauschale im Jahr | 2.016 € |
| Pendlereuro im Jahr | 420 € |
Bei langen Strecken macht der Pendlereuro einen großen Teil aus.
Teilzeit mit kleinem Gehalt
1.300 Euro brutto, 25 km, kleines Pauschale, 15 Fahrtage
| Pendlerpauschale im Jahr | 696 € |
| Pendlereuro im Jahr | 150 € |
Lohnsteuer fällt hier keine an. Das Pendlerpauschale hebt aber den Höchstbetrag der SV-Rückerstattung.
Familie mit vollem Familienbonus
2.600 Euro brutto, 30 km, großes Pauschale, zwei Kinder
| Pendlerpauschale im Jahr | 1.476 € |
| Pendlereuro im Jahr | 180 € |
Der Familienbonus deckt die Lohnsteuer bereits. Übrig bleibt die Wirkung über die SV-Rückerstattung.
Kurze Strecke mit guter Verbindung
3.000 Euro brutto, 15 km, Öffis zumutbar
| Pendlerpauschale im Jahr | 0 € |
| Pendlereuro im Jahr | 0 € |
Unter der Mindestentfernung gilt der Arbeitsweg mit dem Verkehrsabsetzbetrag als abgegolten.
Wann kein Pendlerpauschale zusteht
- Kurze Strecke mit zumutbarer Verbindung Unter 20 Kilometern gibt es das Pauschale nur, wenn öffentliche Verkehrsmittel unzumutbar sind.
- Weniger als 4 Fahrtage im Monat Wer fast nur im Homeoffice arbeitet, fällt aus der Staffel.
- Dienstauto für den Arbeitsweg Wer ein Fahrzeug des Arbeitgebers auch für diese Fahrten nutzen kann, hat keinen Anspruch.
- Karenz Für diese Monate steht nichts zu.
So kommst du zum Pendlerpauschale
- Pendlerrechner ausfüllen. Wohnadresse und Arbeitsstätte eingeben. Das Ergebnis nennt die Kilometer und ob das kleine oder das große Pauschale zusteht.
- Ausdruck beim Arbeitgeber abgeben. Das Formular heißt L 34 EDV. Ab dann werden Pauschale und Pendlereuro bei jeder Lohnabrechnung berücksichtigt, und du hast das Geld laufend am Konto.
- Sonst in der Veranlagung nachholen. Wurde beim Arbeitgeber nichts berücksichtigt, trägst du es in der Arbeitnehmerveranlagung ein.
- Änderungen melden. Umzug, neue Arbeitsstätte oder mehr Homeoffice gehören sofort zum Arbeitgeber. Stimmen die Angaben nicht, musst du die Lohnsteuer in der Veranlagung nachzahlen.
Rechner des Finanzministeriums, ohne Anmeldung
Quellen
- § 16 Einkommensteuergesetz: Pendlerpauschale, Beträge und FahrtageRechtsinformationssystem des Bundes
- § 33 Einkommensteuergesetz: Pendlereuro und erhöhter VerkehrsabsetzbetragRechtsinformationssystem des Bundes
- Allgemeines zum PendlerpauschaleFinanzministerium
- Wann öffentliche Verkehrsmittel als unzumutbar geltenFinanzministerium
- Öffi-Ticket vom ArbeitgeberFinanzministerium
Stand der Werte: 18. September 2026. Veröffentlicht am 18. September 2026.