Sparzinsen: was nach KESt und Inflation wirklich bleibt
Das Wichtigste
- 25 Prozent Kapitalertragsteuer zieht die Bank von jedem Zins ab, bevor er auf dem Konto landet. Aus 2 Prozent werden 1,5.
- 3,6 Prozent Inflation hatte Österreich 2025, nach 2,9 im Jahr davor. Liegt dein Nettozins darunter, verliert das Ersparte an Kaufkraft, auch wenn der Kontostand steigt.
- 10.000 Euro ein Jahr zu 2 Prozent: 150 Euro Zinsen netto, aber 202,70 Euro weniger Kaufkraft.
- Bis 100.000 Euro je Bank und Person sind Einlagen gesichert, in 7 Arbeitstagen ausgezahlt. Nach einem Wohnungsverkauf oder einer Abfertigung bis 500.000 Euro, für 12 Monate.
- Keine Steuererklärung nötig: Mit der KESt ist die Steuer auf Zinsen abgegolten. Wer wenig verdient, kann sie über die Regelbesteuerung zurückholen.
Der Zins, den die Bank bewirbt, ist brutto. Ein Viertel davon geht als Kapitalertragsteuer direkt ans Finanzamt. Was bleibt, muss gegen die Teuerung antreten: Bei 3,6 Prozent Inflation braucht es mehr als 4,8 Prozent Bruttozins, damit das Geld seine Kaufkraft hält.
Sparen bleibt trotzdem richtig für alles, was du in den nächsten Jahren brauchst: Der Betrag ist sicher, verfügbar und gesetzlich gedeckt. Nur als Anlage für Jahrzehnte ist ein Sparbuch ein Verlustgeschäft.
Stand 2. Oktober 2026. Quellen: § 27a EStG, Statistik Austria
Festgeld ist bis zum Ende der Laufzeit gesperrt, oft ein bis fünf Jahre. Leg nur so viel fest, wie du in der Zeit sicher nicht brauchst. Für den Notgroschen taugt nur ein täglich fälliges Konto.
Was dein Sparbuch wirklich bringt
Betrag, Zinssatz laut Bank, Jahre und Inflation. Die KESt rechnet der Rechner jedes Jahr ab, wie die Bank.
So kommt der Betrag zustande
| Zinsen brutto | 200 Euro |
| Kapitalertragsteuer 25 Prozent | − 50 Euro |
| Zinsen netto | 150 Euro |
| Kontostand am Ende | 10.150 Euro |
| Nettozins im Jahr | 1,5 % |
| Kaufkraft gewonnen oder verloren | -202,70 Euro |
Zinsen jährlich gutgeschrieben und wieder verzinst, KESt nach § 27a Abs. 1 Z 1 EStG jedes Jahr abgezogen, Kaufkraft mit der eingegebenen Inflation über die ganze Laufzeit abgezinst. Nicht gerechnet: Zinsstaffeln, Bonuszinsen für Neukunden, Kontogebühren. Deine Eingaben bleiben auf deinem Gerät.
Drei Fälle, drei Jahre
Girokonto
10.000 Euro, kein Zins, drei Jahre
| Zinsen netto | 0 Euro |
| Kontostand | 10.000 Euro |
| Realzins im Jahr | -3,47 % |
-1.006,67 Euro Kaufkraft
Bei 3,6 Prozent Inflation sind 10.000 Euro am Ende so viel wert wie heute 8.993,33 Euro.
Sparbuch
10.000 Euro, 1 Prozent, drei Jahre
| Zinsen netto | 226,69 Euro |
| Kontostand | 10.226,69 Euro |
| Realzins im Jahr | -2,75 % |
-802,79 Euro Kaufkraft
Bei 3,6 Prozent Inflation sind 10.226,69 Euro am Ende so viel wert wie heute 9.197,21 Euro.
Festgeld
10.000 Euro, 2,5 Prozent, drei Jahre
| Zinsen netto | 573,11 Euro |
| Kontostand | 10.573,11 Euro |
| Realzins im Jahr | -1,67 % |
-491,25 Euro Kaufkraft
Bei 3,6 Prozent Inflation sind 10.573,11 Euro am Ende so viel wert wie heute 9.508,75 Euro.
Die KESt auf Zinsen
- 25 Prozent auf Zinsen von Sparbuch, Sparkonto, Girokonto, Tagesgeld, Festgeld und Bausparvertrag. Die Bank behält sie bei der Gutschrift ein und führt sie ab. Auf Anleihen, Fonds und Aktien gilt der höhere Satz von 27,5 Prozent.
- Abgegolten: Zinsen mit KESt musst du nirgends mehr angeben. Sie zählen auch nicht zum Einkommen, etwa für die Einkommensgrenze beim Alleinverdienerabsetzbetrag schon, für die Steuerpflicht nicht.
- Zurückholen: Liegt dein Einkommen samt Zinsen unter der ersten Tarifstufe, bringt die Regelbesteuerung in der Arbeitnehmerveranlagung die KESt zurück. Dafür musst du alle Kapitalerträge des Jahres angeben, nicht nur die Zinsen.
- Konto im Ausland: Dort zieht niemand KESt ab, die Zinsen gehörten in die Steuererklärung, mit 25 Prozent als Sondersteuersatz. Die Bank im EU-Ausland meldet die Zinsen automatisch ans Finanzamt.
Warum der Kontostand täuscht
Ein Sparbuch mit 2 Prozent zeigt nach einem Jahr 10.150 Euro statt 10.000 Euro. Für dieselben Dinge, die vor einem Jahr 10.000 Euro gekostet haben, zahlst du nach 3,6 Prozent Teuerung aber 10.360 Euro. Der echte Ertrag ist der Realzins, und der war 2025 bei den meisten Sparprodukten negativ.
- Die Grenze: Damit der Nettozins die Inflation deckt, muss der Bruttozins die Inflation durch 0,75 teilen: bei 3,6 Prozent sind das 4,8 Prozent.
- Vergleichen lohnt sich: Zwischen Hausbank und Direktbank liegen oft mehrere Prozentpunkte beim selben Produkt. Welche Zinsen Banken im Schnitt zahlen, zeigt die Nationalbank monatlich.
- Zinsen laufen mit der Leitzinspolitik: Sinkt der Leitzins der EZB, sinken Tagesgeldzinsen bald, Festgeld sichert den Satz für die Laufzeit.
Einlagensicherung
- 100.000 Euro je Einleger und je Bank sind gesetzlich gesichert, Zinsen bis zum Tag der Pleite inklusive, auch Fremdwährungskonten. Hast du mehr, verteil es auf mehrere Banken, nicht auf mehrere Konten derselben Bank.
- 500.000 Euro auf Zeit: Geld aus dem Verkauf der eigenen Wohnung, eine Abfertigung, eine Versicherungsleistung oder eine Zahlung nach Heirat, Scheidung, Pensionsantritt oder Kündigung ist 12 Monate lang bis zu diesem Betrag gedeckt.
- Auszahlung binnen 7 Arbeitstagen nach dem Sicherungsfall, ohne Antrag, in Euro.
- Gemeinschaftskonto: Jeder Kontoinhaber hat seine eigene Deckung, zu zweit also 200.000 Euro.
- Wertpapiere sind keine Einlagen. Sie gehören dir und fallen bei einer Bankpleite nicht in die Masse, die Einlagensicherung greift dafür aber nicht.
- Kryptobörsen und Zahlungsdienste ohne Banklizenz sind nicht gesichert.
- Ausländische Banken sichern nach dem Recht ihres Landes, in der EU ebenfalls mit 100.000 Euro, aber über die dortige Einrichtung.
Was du jetzt tun kannst
- Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto mit dem besten Zins, den du findest, drei bis sechs Monatsausgaben.
- Was du in zwei bis fünf Jahren brauchst, auf Festgeld mit passender Laufzeit, gestaffelt nach Fälligkeit.
- Über 100.000 Euro auf eine zweite Bank verteilen.
- Zins jedes Jahr prüfen: Bestandskunden bekommen oft weniger als Neukunden.
Einlagensicherung Austria, die gesetzliche Sicherungseinrichtung
Quellen
- § 27a Abs. 1 Z 1 EStG: 25 Prozent KESt auf Zinsen bei BankenRechtsinformationssystem des Bundes
- Inflation 2025 mit 3,6 Prozent höher als im VorjahrStatistik Austria
- § 7 ESAEG: gedeckte Einlagen bis 100.000 EuroRechtsinformationssystem des Bundes
- §§ 12 und 13 ESAEG: höhere Deckung auf Zeit, Auszahlung in sieben ArbeitstagenRechtsinformationssystem des Bundes
- Einlagensicherung AustriaEinlagensicherung Austria
- Zinssätze und WechselkurseOesterreichische Nationalbank
Stand der Werte: 2. Oktober 2026. Veröffentlicht am 2. Oktober 2026, geändert am 2. Oktober 2026.