Arbeitnehmerveranlagung: wann sie sich lohnt und bis wann
Für die meisten ist die Arbeitnehmerveranlagung freiwillig, und sie kostet nichts. Heuer kannst du sie noch für die Jahre 2021 bis 2025 abgeben.
Kommt statt einer Gutschrift eine Nachforderung heraus, kannst du den Antrag mit einer Beschwerde gegen den Bescheid zurückziehen. Das gilt nicht, wenn du zur Veranlagung verpflichtet bist.
Stand 18. September 2026. Quelle: § 41 Abs. 2 EStG
Bist du zur Veranlagung verpflichtet, endet die Frist im Folgejahr: Ende April auf Papier, Ende Juni über FinanzOnline.
Was berufliche Ausgaben bringen
Fortbildung, Arbeitsmittel, Fachliteratur, Homeoffice: Was du für den Beruf selbst bezahlt hast, senkt dein Einkommen, soweit es über 132 Euro im Jahr liegt. Gerechnet wird mit Tarif und Beitragssätzen 2026.
So setzt sich der Betrag zusammen
| Ausgaben über dem Pauschale | 868 € |
| Weniger Steuer | 326,88 € |
Gerechnet mit 14 Gehältern und ganzjähriger Beschäftigung. Beim Familienbonus Plus sind Kinder unter 18 Jahren angenommen. Pendlerpauschale, Sonderausgaben, weitere Einkünfte, Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag sind nicht berücksichtigt. Deine Eingaben bleiben auf deinem Gerät.
Welche Jahre noch offen sind
Die Frist läuft 5 Jahre ab dem Ende des Jahres, um das es geht.
| Veranlagung für | Antrag möglich bis |
|---|---|
| 2021 | 31. Dezember 2026, läuft heuer ab |
| 2022 | 31. Dezember 2027 |
| 2023 | 31. Dezember 2028 |
| 2024 | 31. Dezember 2029 |
| 2025 | 31. Dezember 2030 |
| 2026 | ab März 2027, bis 31. Dezember 2031 |
Quelle: § 41 Abs. 2 EStG. Die Lohnzettel für 2026 müssen bis Ende Februar 2027 beim Finanzamt sein, vorher kann es nicht veranlagen.
Wann sie sich lohnt
- Du hast nicht das ganze Jahr gearbeitet oder den Arbeitgeber gewechselt. Die Lohnsteuer wurde dann monatlich so berechnet, als hättest du das ganze Jahr so verdient.
- Dein Gehalt hat im Lauf des Jahres stark geschwankt.
- Du verdienst wenig und hast Anspruch auf die SV-Rückerstattung.
- Dein Pendlerpauschale oder der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag wurde beim Arbeitgeber nicht berücksichtigt.
- Du hast berufliche Ausgaben, Sonderausgaben oder hohe Krankheitskosten, die in keinem Freibetragsbescheid stehen.
Spenden und Kirchenbeiträge melden die Empfänger selbst an das Finanzamt. Sie sind in der Veranlagung bereits eingetragen.
Wann du sie abgeben musst
Eine Erklärung ohne Aufforderung ist fällig, wenn dein Einkommen über 14.769 Euro liegt und einer dieser Punkte zutrifft:
- Du hattest neben dem Lohn andere Einkünfte von mehr als 730 Euro, etwa aus einem Werkvertrag oder freien Dienstvertrag. Dann ist es die Einkommensteuererklärung mit dem Formular E 1.
- Du hast zumindest zeitweise zwei oder mehr Bezüge gleichzeitig erhalten, die nicht gemeinsam versteuert wurden.
- Beim Arbeitgeber wurde etwas berücksichtigt, das dir nicht oder nicht in dieser Höhe zusteht: Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, Pendlerpauschale, Familienbonus Plus.
Bei zwei Bezügen nebeneinander kommt es fast immer zu einer Nachzahlung. Jede Stelle rechnet die Lohnsteuer nur für ihren Teil, und zusammen ist das zu wenig.
Vier durchgerechnete Fälle
Berufliche Fortbildung selbst bezahlt
2.800 Euro brutto, Kurs und Prüfungsgebühr
| Ausgaben im Jahr | 1.200 € |
| davon über dem Pauschale | 1.068 € |
Der Teil über dem Pauschale senkt das Einkommen. Zurück kommt der Steuersatz darauf.
Homeoffice ohne Zuschuss vom Arbeitgeber
3.200 Euro brutto, 100 Tage zu Hause gearbeitet
| Ausgaben im Jahr | 300 € |
| davon über dem Pauschale | 168 € |
Zahlt der Arbeitgeber das Telearbeitspauschale nicht, trägst du es selbst ein.
Fachbuch und Arbeitskleidung
2.600 Euro brutto, kleine Beträge über das Jahr
| Ausgaben im Jahr | 110 € |
| davon über dem Pauschale | 0 € |
Das Pauschale ist in der Lohnverrechnung bereits abgezogen. Ausgaben darunter ändern nichts.
Fachkurs und Arbeitsmittel, zwei Kinder
2.600 Euro brutto, voller Familienbonus
| Ausgaben im Jahr | 1.500 € |
| davon über dem Pauschale | 1.368 € |
Der Familienbonus deckt die Lohnsteuer bereits. Es bleibt die kleinere Wirkung über die SV-Rückerstattung.
Das Telearbeitspauschale beträgt 3 Euro je Tag im Homeoffice, für höchstens 100 Tage im Jahr. Zahlt der Arbeitgeber weniger, trägst du die Differenz als Werbungskosten ein.
So gibst du sie ab
- Ende Februar abwarten. Bis dahin übermitteln Arbeitgeber und andere Stellen die Jahreslohnzettel. Bearbeitet wird erst, wenn alle Meldungen da sind.
- In FinanzOnline oder auf Papier einreichen. Das Formular heißt L 1. Krankheitskosten kommen in die Beilage L 1ab, Angaben zu Kindern in die Beilage L 1k.
- Keine Belege mitschicken. Auch keinen Lohnzettel. Das Finanzamt kann die Belege aber sieben Jahre lang anfordern.
- Kontodaten nur bei Änderung angeben. Ist dem Finanzamt dein Konto bekannt, kommt die Gutschrift von selbst dorthin.
- Bescheid prüfen. Hat das Finanzamt schon von selbst veranlagt, ersetzt deine spätere Erklärung diesen Bescheid.
Anmeldung mit ID Austria oder deinen FinanzOnline-Zugangsdaten
Quellen
- § 41 Einkommensteuergesetz: Pflichtveranlagung, Antrag, antragslose VeranlagungRechtsinformationssystem des Bundes
- § 42 Einkommensteuergesetz: SteuererklärungspflichtRechtsinformationssystem des Bundes
- § 134 Bundesabgabenordnung: AbgabefristenRechtsinformationssystem des Bundes
- Das Steuerbuch 2026, Kapitel VerfahrenFinanzministerium
- Werbungskosten im ÜberblickFinanzministerium
- TelearbeitspauschaleFinanzministerium
Stand der Werte: 18. September 2026. Veröffentlicht am 18. September 2026.