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Überstunden: Zuschlag, Steuer und was netto bleibt

Steuerfrei im Monat 2026170 €für die Zuschläge der ersten 15 Überstunden

Für jede Überstunde stehen dir mindestens 50 Prozent Zuschlag zu, oder Zeitausgleich im selben Ausmaß.

Steuerfrei bleibt nur der Zuschlag, nicht der Grundlohn. Und auch das nur für die ersten 15 Überstunden im Monat, höchstens mit 50 Prozent des Grundlohns und in Summe höchstens 170 Euro.

Stand 18. September 2026. Quellen: § 10 Abs. 1 AZG und § 124b Z 440 lit. c EStG

Ab 2027

Die erhöhte Befreiung läuft mit Jahresende aus. Ab Jänner sind nur noch die Zuschläge für 10 Überstunden steuerfrei, höchstens 120 Euro im Monat.

Was von deinen Überstunden bleibt

Den Stundenlohn für Überstunden rechnet dein Arbeitgeber aus dem Monatsgehalt, mit dem Teiler aus deinem Kollektivvertrag. Frag im Zweifel die Lohnverrechnung.

Bleibt dir netto
181,85 €
aus 270 € brutto, das sind 67,35 Prozent
10 Überstunden
€
€
Nötig, weil die Überstunden oben auf dein Gehalt kommen und dort höher besteuert werden.
So setzt sich der Betrag zusammen
Grundlohn für die Stunden180 €
Zuschlag90 €
Brutto zusammen270 €
davon steuerfrei90 €
Sozialversicherung− 48,79 €
Lohnsteuer− 39,36 €
Bleibt netto181,85 €

Die Sozialversicherung läuft auf das volle Überstundenentgelt, auch auf den steuerfreien Teil. Die Lohnsteuer ist die Differenz zur Steuer ohne Überstunden, gerechnet nach dem Jahrestarif. Nicht gerechnet sind die Wirkung auf das Jahressechstel, Überstundenpauschalen, Zulagen nach § 68 Abs. 1 EStG und Absetzbeträge außer dem Verkehrsabsetzbetrag. Deine Eingaben bleiben auf deinem Gerät.

Je mehr Überstunden, desto weniger bleibt

Gerechnet mit 18 Euro Stundenlohn und 3.000 Euro Monatsgehalt.

ÜberstundenBruttoSteuerfreiAbzügeNetto
5 135 € 45 € − 44,07 € 90,92 €
10 270 € 90 € − 88,15 € 181,85 €
15 405 € 135 € − 132,22 € 272,77 €
20 540 € 135 € − 189,81 € 350,20 €
25 675 € 135 € − 247,38 € 427,62 €

Eigene Berechnung nach § 124b Z 440 lit. c EStG und den Beitragssätzen 2026.

Ab der 16. Überstunde ist der Zuschlag voll steuerpflichtig. Die Überstunde selbst bringt dann weniger netto, obwohl du dieselbe Zeit arbeitest.

Was steuerfrei bleibt und was nicht

Das Gesetz kennt zwei getrennte Töpfe, die sich nicht gegenseitig aufbrauchen.

Zahlt dein Kollektivvertrag mehr als 50 Prozent Zuschlag, bleibt trotzdem nur dieser Anteil steuerfrei. Der Rest wird nach dem Tarif besteuert.

Bei der Sozialversicherung gibt es diese Erleichterung nicht: Das ganze Überstundenentgelt ist beitragspflichtig, auch der steuerfreie Zuschlag. Beitragsfrei sind nur Schmutzzulagen, soweit sie auch steuerfrei sind.

Bei 270 Euro brutto aus zehn Überstunden bringt die Steuerbefreiung 27 Euro mehr netto im Monat.

Geld oder Zeitausgleich

Eine Überstunde ist jede Stunde über der Normalarbeitszeit, also in der Regel über 8 Stunden am Tag oder 40 in der Woche. Wie sie abgegolten wird, regelt zuerst der Kollektivvertrag, dann die Betriebsvereinbarung. Gibt es keine Regelung, wird ausbezahlt.

Beim Zeitausgleich zählt der Zuschlag mit: Für eine Überstunde bekommst du eineinhalb Stunden frei. Ab der 11. Stunde am Tag oder der 51. in der Woche darfst du selbst entscheiden, ob du Geld oder Freizeit willst.

Schreib deine Stunden selbst mit. Vor Gericht zählen eigene Aufzeichnungen als Beweismittel, und ohne sie steht Aussage gegen Aussage.

Wenn Überstunden offen sind

  1. Stunden zusammenstellen, mit Datum, Beginn, Ende und Anlass.
  2. Schriftlich einfordern, per E-Mail mit Datum. So kannst du später belegen, wann du den Anspruch geltend gemacht hast.
  3. Frist prüfen. Steht im Kollektivvertrag eine Verfallsklausel, zählt jeder Monat.
  4. Arbeiterkammer einschalten, wenn nichts kommt. Die Prüfung ist für Mitglieder kostenlos.
Überstunden bei der Arbeiterkammer

Dort gibt es auch den kostenlosen Zeitspeicher zum Mitschreiben

Quellen

Stand der Werte: 18. September 2026. Veröffentlicht am 29. September 2026.