Wochengeld: wie viel es im Mutterschutz gibt
Das Wichtigste
- Dein Netto der letzten 3 Monate, umgerechnet auf den Tag, plus 17 Prozent für Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wenn du beides bekommst.
- 8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt, nach Früh-, Mehrlings- oder Kaiserschnittgeburt 12 Wochen danach.
- Steuerfrei und ohne Abzüge, ausgezahlt von der Gesundheitskasse statt vom Arbeitgeber.
- Arbeitslos? Dann bekommst du dein Arbeitslosengeld oder deine Notstandshilfe plus 80 Prozent.
Im Mutterschutz darfst du nicht arbeiten, der Arbeitgeber zahlt keinen Lohn. Stattdessen zahlt die Gesundheitskasse Wochengeld. Es entspricht deinem durchschnittlichen Nettoverdienst der letzten drei vollen Kalendermonate vor dem Mutterschutz, umgerechnet auf den Kalendertag.
Urlaubs- und Weihnachtsgeld kommen als Zuschlag dazu: 14 Prozent bei Sonderzahlungen bis zu einem Monatsgehalt im Jahr, 17 Prozent bis zu zwei, 21 Prozent darüber. Damit bekommst du ungefähr dein bisheriges Netto, nur ohne Lohnzettel.
Stand 18. September 2026. Quelle: § 162 ASVG, Satzung der ÖGK
Lass dir den voraussichtlichen Geburtstermin ärztlich bestätigen, bevor die 8 Wochen beginnen. Damit startet der Mutterschutz, und die Gesundheitskasse braucht sie für den Antrag.
Dein Wochengeld berechnen
So setzt sich der Betrag zusammen
| Netto je Tag (89 Tage) | 67,42 Euro |
| Zuschlag für Sonderzahlungen | 17 Prozent |
| Wochengeld am Tag | 78,88 Euro |
| Kinderbetreuungsgeld danach, einkommensabhängig | 63,10 Euro |
Gerechnet nach § 162 ASVG und der Satzung der ÖGK, Werte 2026. Die Gesamtsumme nimmt an, dass das Kind zum errechneten Termin kommt. Monate mit Krankengeld oder Kurzarbeit zählt die Kasse nicht mit. Nicht gerechnet: Wochengeld aus Arbeitslosengeld oder Kinderbetreuungsgeld und für Selbstständige. Deine Eingaben bleiben auf deinem Gerät.
Wochengeld nach Nettogehalt
| Netto | am Tag | 113 Tage |
|---|---|---|
| 1.200 € | 47,33 € | 5.348,29 € |
| 1.600 € | 63,10 € | 7.130,30 € |
| 2.000 € | 78,88 € | 8.913,44 € |
| 2.400 € | 94,65 € | 10.695,45 € |
| 2.800 € | 110,42 € | 12.477,46 € |
| 3.200 € | 126,21 € | 14.261,73 € |
Eigene Berechnung mit 14 Gehältern (17 Prozent Zuschlag) und Mutterschutz ab Mai 2026, also 89 Tagen in den drei Monaten davor. Bei anderen Monaten ändert sich der Tagesbetrag um wenige Cent.
Drei durchgerechnete Fälle
Vollzeit mit 13. und 14. Gehalt
2.000 Euro netto im Monat, Mutterschutz ab Mai
| Netto je Tag | 67,42 Euro |
| Zuschlag | 17 Prozent |
| Wochengeld am Tag | 78,88 Euro |
Zwei Sonderzahlungen im Jahr bringen 17 Prozent Zuschlag auf das Netto.
Teilzeit ohne Sonderzahlungen
1.100 Euro netto im Monat, Mutterschutz ab Oktober
| Netto je Tag | 35,87 Euro |
| Zuschlag | 0 Prozent |
| Wochengeld am Tag | 35,87 Euro |
Ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld gibt es keinen Zuschlag. Gerechnet wird mit den drei Monaten davor.
Kaiserschnitt
2.400 Euro netto, 14 Gehälter, Mutterschutz ab Februar
| Netto je Tag | 78,26 Euro |
| Zuschlag | 17 Prozent |
| Wochengeld am Tag | 91,56 Euro |
Nach einem Kaiserschnitt läuft das Wochengeld 12 statt 8 Wochen nach der Geburt.
Wenn du nicht angestellt bist
- Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe: Das Wochengeld ist deine bisherige Leistung plus 80 Prozent.
- Kinderbetreuungsgeld für ein älteres Kind: Das Wochengeld ist so hoch wie dein tägliches Kinderbetreuungsgeld, wenn du schon für das ältere Kind Wochengeld bekommen hast.
- Geringfügig beschäftigt mit Selbstversicherung: fix 12,19 Euro am Tag.
- Freie Dienstnehmerin: aus dem Verdienst der letzten drei Monate, das Netto rechnet die Kasse dabei nach einem eigenen Schema.
Warst du vor dem Mutterschutz in Karenz oder in Elternteilzeit für ein Kind unter zwei, kann die Kasse ein höheres Wochengeld aus dem Verdienst vor der Karenz zahlen, wenn das für dich günstiger ist.
Früher in den Mutterschutz
Ist die Gesundheit von dir oder dem Kind bei der Arbeit gefährdet, stellt dich eine Fachärztin, eine Amtsärztin oder das Arbeitsinspektorat früher frei. Ab dann gibt es ebenfalls Wochengeld, in derselben Höhe.
So gehst du vor
- Geburtstermin bestätigen lassen. Die ärztliche Bestätigung über den voraussichtlichen Termin gibst du dem Arbeitgeber und der Gesundheitskasse.
- Arbeitgeber meldet dein Einkommen. Er schickt der Kasse eine Arbeits- und Entgeltbestätigung mit deinen letzten Bezügen.
- Antrag bei der Gesundheitskasse. Mit der Bestätigung und deiner Kontonummer, gegebenenfalls mit dem Freistellungszeugnis. Bezahlt wird alle vier Wochen im Nachhinein.
- Nach der Geburt. Die Zeit danach läuft ab dem tatsächlichen Geburtstag. Nach einer Früh-, Mehrlings- oder Kaiserschnittgeburt verlängert sie sich auf 12 Wochen.
- Bescheid prüfen. Stimmt die Höhe nicht, kannst du gegen einen Bescheid binnen 4 Wochen beim Arbeits- und Sozialgericht klagen.
Anspruch, Unterlagen und Antrag
Quellen
- § 162 ASVG: Wochengeld, Dauer und HöheRechtsinformationssystem des Bundes
- § 45 Satzung der ÖGK: Zuschlag für SonderzahlungenRechtsinformationssystem des Bundes
- § 41 Arbeitslosenversicherungsgesetz: Wochengeld bei ArbeitslosengeldRechtsinformationssystem des Bundes
- § 3 Mutterschutzgesetz: Beschäftigungsverbot vor der GeburtRechtsinformationssystem des Bundes
- § 3 Einkommensteuergesetz: Wochengeld steuerfreiRechtsinformationssystem des Bundes
- Wochengeld: Anspruch, Höhe, AntragÖsterreichische Gesundheitskasse
Stand der Werte: 18. September 2026. Veröffentlicht am 2. Oktober 2026.